Beim Schreiben meiner Blogartikel fällt mir immer wieder auf, dass es viele Themen gibt, für die wir Mädels uns schämen. Natürlich schämen sich nicht alle bei allen Themen, aber manche bei einigen.

Mir geht es da nicht anders. Das Verrückte: Dabei geht es oft um Themen, die total natürlich sind. Masturbation zum Beispiel – es ist ein totales Tabu-Thema und kaum jemand redet darüber, dass Mädels sich selbst befriedigen. Unter Jungs hingegen ist es ganz normal, darüber mal einen Spruch zu bringen oder einfach zu erzählen, dass man sich „einen runterholt“.

Unsere monatliche Periode ist auch ein Thema, für das sich viele von uns schämen. Kein Wunder, immerhin wird es überall totgeschwiegen und schamvoll behandelt. Besonders in den Medien: In der Werbung für Tampons und Binden wird nie echtes Blut gezeigt. Stattdessen wird eine blaue Flüssigkeit aus einer sauberen Glaspipette in die Binde getropft, um so den Saugeffekt der Hygieneartikel zu demonstrieren.

Wir wollen offen über unsere Periode reden!

Ist es nicht total absurd, dass man den ganzen Tag Filme und Serien im Fernsehen anschauen kann, in denen verstümmelte Leichen und blutverschmierte Tatorte zu sehen sind, aber wenn es um den Zyklus einer Frau geht, wird das Blut plötzlich in eine harmlose blaue Flüssigkeit verwandelt?!
Zudem sieht man nie, wie ein junges Mädel ihre Binde in den Schlüpfer einsetzt. Stattdessen hüpft eine vor Freude strahlende Frau durchs Bild, die trotz ihrer Regel in weißen Stoffhosen herumläuft. Ja ne, ist klar! Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich würde niemals auf die Idee kommen, eine weiße Hose anzuziehen, wenn ich meine Tage habe – da kann der Tampon oder die Binde noch so saugfähig sein!

Der Umgang mit der Periode in den Medien ist ganz sicher einer der vielen Gründe, warum sich viele Mädels sogar genieren, ihre beste Freundin nach einem Tampon zu fragen. Besonders, wenn andere es mitkriegen könnten. Deshalb wird die Frage nur geflüstert! Und wenn man in der Schule, bei der Arbeit oder auf einer Party die Binde oder den Tampon wechseln muss, werden die nötigen Utensilien auf dem Weg zur Toilette in der Hand oder einer kleinen Tasche versteckt, damit auch ja niemand mitbekommt, was man vorhat.

Endlich: Eine Werbung zeigt, wie es wirklich ist

Ganz klar: Es muss ein Umdenken stattfinden, damit wir Mädels sehen, dass wir uns nicht für unsere monatliche Blutung schämen müssen.
Der britische Hygiene-Hersteller Bodyform sieht das offenbar genau so. Eine Freundin von mir hat mir von einer Bodyform-Werbung für Binden erzählt, in der nicht nur rote Flüssigkeit als Blut gezeigt wird, sondern auch, wie einem Mädel unter der Dusche das Blut an den Beinen herunter rinnt. Und – wie wunderbar! – es wird gezeigt, wie nicht das Mädel selbst, sondern ihr Freund ihre Binden in der Drogerie kauft:

In England und den USA wollen Mädels (und auch Jungs) auf das Thema Periode aufmerksam machen und demonstrieren deshalb mit aufgemalten Menstruationsblut auf den Hosen, gegen die Mehrwertsteuern, die auf Tampons erhoben werden.

Die Steuern sorgen dafür, dass der Preis für Tampons entsprechend höher wird. Lediglich in Kenia und Kanada muss man gar keine Steuern auf Tampons bezahlen. Überall anders auf der Welt zwischen fünf und 20 Prozent. Bei uns in Deutschland sind es auch 19 Prozent – viel zu viel!
Zum Vergleich: Auf Lebensmittel zahlt man in Deutschland durchschnittlich sieben Prozent, also noch nicht einmal halb so viel.

Ich hoffe, dass wir bald alle offener (und sparsamer) mit unserer Periode umgehen und wir darüber sprechen können, ohne uns zu schämen. Macht gerne einen kleinen Anfang und berichtet im Kommentarbereich, was ihr darüber denkt oder lasst einfach mal Dampf ab! Wenn ihr den Newsletter abonniert, erhaltet ihr das Passwort zu unserem Mädels Club und dürft eigene Artikel auf meinem Blog veröffentlichen.

Ihr seid großartig – besonders, wenn ihr eure Tage habt!