In jeder Klasse leiden durchschnittlich drei Schüler wenigstens für eine Zeit lang unter einer Depression, sagen Studien. Das ist eine ganze Menge! Ich war eine in dieser Menge.

Ich glaube, dass sich eine Depression für jeden Menschen anders anfühlt. Klar, es gibt ein paar Symptome wie Erschöpfung, ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und unruhigen Schlaf, aber spüren tut sie jeder anders.
Für mich ist vor allem ein Gefühl vorherrschend: Anstrengung! Wenn ich eine depressive Phase habe, dann ist alles anstrengend. Es ist anstrengend, mich anzuziehen, mir Essen zu kochen, auf mich selbst zu achten. Aber am anstrengendsten ist es, morgens aufzustehen. Besonders, weil die Nächte meistens mehr erschöpfend als erholsam sind. Meine Gedanken kreisen die ganze Nacht und wenn ich dann irgendwann doch endlich einschlafe, dann grüble ich in meinen Träumen einfach weiter.
Mich für den Tag zu wappnen, ist deshalb in einer depressiven Phase immer besonders schwer für mich. Ich habe dann echt keine Idee, woher ich die Energie nehmen soll, den Tag durchzustehen.

Woran erkenne ich eine Depression?

Wusstest du, dass eine Depression nicht nur ein reines Gefühlsding ist, sondern tatsächlich auch mit den Funktionen in unserem Gehirn zusammenhängt? Ganz genau erklären können Wissenschaftler eine Depression nicht, aber klar ist, dass es die Gehirnregionen betrifft, die für das Verarbeiten von Emotionen zuständig sind. Es ist, als würde der Stoffwechsel des Gehirns durcheinander geraten. Botenstoffe, die von den Nervenzellen ausgeschüttet werden, um untereinander zu kommunizieren und Reize zu übertragen, kommen also aus dem Gleichgewicht. Passiert das in unserem Gehirn, fühlen wir plötzlich anders, denken anders und handeln vielleicht sogar anders.
Auslöser für eine Depression kann vieles sein – zum Beispiel Stress oder ein traumatisches Erlebnis.

Doch woher sollen wir überhaupt wissen, ob wir tatsächlich unter einer Depression leiden oder nur gerade schlechte Laune haben und durchhängen? Richtig feststellen kann das nur ein Arzt oder Therapeut. Aus Gesprächen, in denen du dem Experten erklärst, wie es dir geht und was für Gedanken dich umtreiben, kann er erkennen, ob du unter einer Depression leidest. Oft werden dann Therapiestunden verschrieben, manchmal sogar eine Kur oder Tabletten gegen die depressive Stimmung.

Ich finde allerdings, dass es gar nicht wichtig ist, ob du wirklich unter einer Depression leidest oder es dir gerade nur „einfach so“ schlecht geht – wenn es dir schlecht geht, geht es dir schlecht, egal, ob das einen medizinischen Hintergrund hat oder nicht!
Und wenn es dir nicht gut geht, dann brauchst du Hilfe – in irgendeiner Form. Natürlich kann es helfen, wenn du dich mit einer Freundin austauschst oder mit deinen Eltern sprichst. Sollte es sich allerdings wirklich um eine Depression handeln, kann meist nur ein Psychologe helfen. Der kann im Übrigen auch helfen, wenn es keine Depression ist. Es tut nämlich einfach gut, mit jemanden über seine Gefühle zu sprechen. Besonders, wenn man denjenigen nicht kennt, denn der ist total unvoreingenommen.

Wer kann bei einer Depression helfen?

Ich war schon bei vielen Psychologen in meinem Leben. Ich will ehrlich sein: Das ist nicht immer einfach und manchmal fühlte ich mich mit einem Therapeuten auch nicht wohl und musste mir einen anderen suchen, aber alles in allem hat es mir immer geholfen.

Wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe brauchst, aber mit niemanden aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis sprechen möchtest und vielleicht Angst davor hast, zu einem Therapeuten zu gehen, dann gibt es auch die Möglichkeit, anonym mit Menschen am Telefon zu sprechen. Bei „Nummer gegen Kummer“ findest du zum Beispiel eine Hotline, unter der du Menschen erreichst, die dir zuhören und dir weiterhelfen.

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Egal, wie es dir geht und wie du dich fühlst – du bist großartig, immer!