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Rapperin Sookee macht nicht nur gute Musik, sie hat auch richtig was zu sagen. Was genau, verrät sie im Interview mit Mädelsschnack.

Gedichte, Geschichten, Tagebuch – Sookee hat schon in ihrer Kindheit und Jugend viel geschrieben. Um die Jahrtausendwende – jep, das klingt, als wäre es 100 Jahre her – hat sie festgestellt, dass Gedichte auch super auf Beats geschrieben werden können. „Also habe ich genau das getan. Es hat zwar noch eine ganze Weile gedauert, bis ich meine Arbeit auch mit anderen geteilt habe, aber irgendwann habe ich mich dann doch getraut. Das war ziemlich aufregend“, verrät Sookee im Mädelsschnack-Interview.

Seitdem ist die Berlinerin für ihre gute Musik und ihre raffinierten und vielsagenden Texte berühmt. In Sookees Songs geht es um Sexismus, Rassismus, Feminismus, eben um alles, was uns als einzelne Person und als Mitglied einer Gesellschaft interessiert (oder wenigstens interessieren sollte).
„Es geht um Gefühle wie Angst und Hoffnung. Um Fragen der Liebe oder darum, was Familie bedeutet. Wie Leute unterschiedlicher Herkunft miteinander leben oder wie Menschen mit psychischen Erkrankungen von der Gesellschaft gesehen und behandelt werden“, so Sookee.

Mädelsschnack l Rapperin Sookee

Rapperin Sookee aus Berlin setzt sich in ihren Songs für das Miteinander und das Füreinander ein.

Warum ist es dir so wichtig, deine Stimme für solche Themen zu nutzen?
Weil’s mir möglich ist. Es ist ein großes Glück, laut nachdenken zu dürfen, auch über Themen, die pikant für die Gesellschaft sind. Dieses Glück möchte ich nicht vergeuden. Wir leben alle nicht so richtig lange. Nur ein paar Jahrzehnte, da finde ich es sinnvoll, diese Zeit zu nutzen, um die Welt und das Leben ein bisschen netter zu gestalten.

Was können wir im Einzelnen tun, um dieses Ziel zu erreichen?
Ich finde es einfach schlau, Verantwortung zu übernehmen. Ich möchte auf ein sauberes Klo gehen, andere wollen das bestimmt auch. Also sehe ich zu, dass ich ins Klo kacke und nicht daneben. Das ist machbar.
Außerdem ist es wichtig, dass wir uns bewusst machen, wie wir mit anderen Menschen umgehen. Wie wir mit und über sie reden, sie wahrnehmen und sie wertschätzen.

Also geht es um das Miteinander und nicht um das Gegeneinander?
Ja. Teilen zum Beispiel ist eine großartige Sache. Klar, ich kann eine Torte ganz alleine aufessen und es geil finden, aber dann ist mir halt übel. Oder ich esse nur zwei Stücke und kann den Rest an andere verteilen. Dieses Verhalten lässt sich auf verschiedene Lebensbereiche übertragen. Im Grunde geht es darum, zu schauen, was brauche ich wirklich und was kann ich teilen und abgeben.

Du teilst in deinen Songs auch jede Menge – in „Die Freundin von“ zum Beispiel deine persönlichen Erfahrungen aus der Jugendzeit…
Ja, eine Zeit, in die ich definitiv nicht wieder zurück möchte. Zuhause war es irgendwie immer schwierig und ich hatte keinen Rückzugsort, wo ich Ruhe oder offene Ohren fand. Meine Eltern haben beide viel gearbeitet oder waren einfach nicht am Start, weil sie so sehr mit sich selbst beschäftigt waren.
Die Schule war auch nicht so geil. Ich gehörte zwar eher zu den Cooleren, aber ich fand es voll anstrengend, den damit einhergehenden Erwartungen der anderen Jugendlichen gerecht zu werden. Du durftest nicht weich sein oder nachdenklich, stattdessen musstest du möglichst viel kiffen, möglichst krass und möglichst hart sein. Keiner war entspannt miteinander. Alle haben performt und versucht, sich zu beweisen.

Das klingt wirklich sehr anstrengend…
Das war es auch. Ich bin unheimlich froh, dass diese Zeit vorbei ist. Und ich bin auch froh, dass ich heute anderes mit den Erwartungen anderer Menschen umgehen kann und nicht mehr jedem Trend nachjage und jedem gefallen möchte.

Aber wie können wir den Erwartungsdruck loswerden?
Erwartungsdruck gibt es von allen Seiten. Selbst wenn du eine bestimmte Clique verlässt, gibt es immer noch den Rest der Klasse, den Rest der Schule und die Gesellschaft – alle stellen gewisse Erwartungen an dich. Es kommt also darauf an, eine gesunde Haltung diesen Erwartungen gegenüber zu entwickeln.

Welche Haltung braucht es dafür?
Wir sollten versuchen, uns unabhängig zu machen. Es geht darum, etwas zu tun, weil wir es tun wollen. Wenn unser Handel nicht mit Wollen, sondern mit Müssen verbunden ist, dann wird es schwierig. Rasiere dir die Beine, wenn du willst, aber lass es, wenn du kein Bock hast. Schmink dich, wenn du möchtest, aber glaube nicht, dass du es der Gesellschaft schuldest, Make-up zu benutzen.
Diese selbstbestimmte Haltung kann man erlernen. Versuche zum Beispiel, eine Woche lang aufs Contouring zu verzichten und nur Augen-Make-up und eine leichte Foundation zu benutzen. Jeder, der scheiße darauf reagiert, ist entweder selber unsicher oder er ist einfach scheiße. Ich weiß, es klingt nach minimalem Kack, aber diese kleinen Schritte zeigen dir, dass es möglich ist, irgendwann unabhängig von der Meinung anderer leben kannst.

Leider teilen viele ihre Meinung ungefragt mit, vor allem im Internet auf Instagram und Co.. Wie sollen wir damit umgehen?
Naja, wenn jemand gegen dich hatet, dann ist das eigentlich nur sein Ding. Stell dir vor, es wäre eine Fremdsprache: Irgendwas steht da, irgendwas sagt dir jemand, aber du verstehst es nicht – weil es nichts mit dir zu tun hat! Wie eine WhatsApp-Nachricht, die aus Versehen bei dir gelandet ist. Das ist sein Hate, das ist sein Kommentar, das ist seine Lebenszeit – das kann alles schön beim Absender bleiben.
Außerdem solltest du dir vor Augen halten, dass du nicht in der Welt bist, um dich scheiße zu finden, sondern um ein möglichst schönes Leben zu leben.

Vielen Dank, liebe Sookee! Vielleicht magst du uns zum Schluss noch diesen Satz beenden: Wir Mädels sind…
…genau richtig!

 

Ich finde Sookee, ihre Message und die Vibes, die sie mit ihren Songs verbreitet, auch sowas von genau richtig!
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Sookee ist großartig, ihre Songs sind großartig, du bist großartig, wir alle sind echt großartig!