Wie sieht’s aus, könntest du dir vorstellen, als Clownin zu arbeiten? Schon klar, vielleicht kommt einem dieser Beruf bei der Zukunftsplanung nicht als allererstes in den Sinn. Schade eigentlich, denn es lohnt sich auf jeden Fall, darüber nachzudenken. Der Beruf als Clownin ist nämlich besonders – besonders toll!

 

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Als Clownin hast du eine wichtige Aufgabe: Die Menschen zum Lachen bringen. Mehr noch: Es sollte dir gelingen, dass die Menschen für ein paar wundervolle Augenblicke die Sorgen des Lebens vergessen. Genau das finde ich so großartig daran, Clownin zu sein! Es ist ein Beruf, in dem du viel leisten musst. Es geht nicht nur darum, tollpatschig über die eigenen Füße zu stolpern. Es geht darum, zu erkennen, was dein Gegenüber braucht – und ihm genau das zu geben.

Ich habe mit Jennifer, alias Clownin Peppa, gesprochen. Sie arbeitet in Hamburg als Clownin und bringt unter anderem Freude ins Altenheim und Kinderkrankenhaus.

Mädelsschnack l Clownin Beruf

Clownin – ein heiterer Beruf

Du bist die erste Clownin, die ich so ganz persönlich kennenlerne – deshalb bin ich besonders neugierig auf deinen Beruf. Was genau machst du als Clownin?
Ganz unterschiedliche, tolle Dinge. Ich habe Auftritte auf der Bühne, auf Hochzeiten, Kindergeburtstagen und Straßenfesten und ich bin ein Klinik-Clown. Das heißt, ich besuche Seniorenheime, die Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Flüchtlingshilfe.

Wow, als Clownin erlebt man also viel Abwechslung. Aber bis es so weit ist, dauert es vermutlich eine Weile. Was sind denn die ersten Schritte in Richtung Clown-Beruf?
Ich habe mit einer Schauspielausbildung angefangen. Das ist zwar keine Voraussetzung, aber alles, was ich in der Ausbildung gelernt habe, hat mir in meinem Beruf als Clown weitergeholfen. Naja und dann habe ich für eineinhalb Jahre eine Ausbildung zum Clown gemacht. Diese Ausbildung kann jeder machen, ganz egal, ob er Vorkenntnisse in Sachen Schauspiel hat oder nicht.

Bleiben wir erst einmal bei dem praktischen Kram: Wird die Ausbildung bezahlt?
Leider nicht. Bisher wird nur an Privatschulen zum Clown ausgebildet. Das heißt, die Ausbildung muss selbst finanziert werden.

Gibt es denn die Möglichkeit zu einem Praktikum, damit ich erst einmal in den Beruf reinschnuppern kann?
Ehrlich gesagt, wird das nicht gerne gemacht. Ein Praktikum würde im Rahmen eines Vereines wie „Clowns im Einsatz“ stattfinden, also einem Verein, der eng mit Menschen verbunden ist. Wir besuchen mit „Clowns im Einsatz“ sehr alte oder kranke Menschen in Kliniken. All diese Menschen haben persönliche, zum Teil sehr schwere Schicksale erlebt. Deshalb ist die Arbeit mit ihnen besonders sensibel. Wir müssen innerhalb von Sekunden die Bedürfnisse dieser Menschen erkennen und behutsam mit ihnen umgehen. Dabei können wir nicht einfach immer irgendwelche Leute mitnehmen, die sich das Ganze mal anschauen und sich selbst ein bisschen ausprobieren wollen…

Wie werde ich Clownin?

Das verstehe ich gut. Aber wie kann ich dann herausfinden, ob der Beruf Clownin etwas für mich ist?
Du kannst einfach entsprechende Workshops besuchen. Ich unterrichte beispielsweise an der Jokers Clown-Schule in Hamburg. Hier kann jeder teilnehmen und ein Wochenende lang in die Welt der Clowns hineinschnuppern.

Wie hast du herausgefunden, dass du Clownin werden willst?
Als Kind wollte ich Prinzessin werden. Aber dafür gab es keine Ausbildung und irgendwie gab es auch schon genügend Prinzessinnen. Als ich in der Grundschule das Theaterstück „Momo“ gesehen habe, wusste ich, dass ich diesen Zauber auch erleben möchte. Ich wollte auf der Bühne stehen, zum Publikum sprechen und alle würden mir gespannt zuhören.

Deshalb hast du eine Ausbildung zur Schauspielerin gemacht. Aber es schien doch nicht so ganz das richtige zu sein…
Stimmt. Damals sagte einer meiner Schauspiellehrer in den Pausen immer zu mir: „Jenny, eigentlich bist du ein Clown“. Ich habe schon immer eine körperliche Komik besessen und habe es verstanden, mit Humor eine Situation aufzulockern und ihr die Tragik zu nehmen. Also habe ich mir die Arbeit als Clown einfach mal genauer angeschaut – und da hat es Klick gemacht. Ich wusste einfach, dass dieser Beruf der richtige für mich ist.

Lachen ist so gesund!

Was liebst du an deinem Beruf ganz besonders?
Ich darf als Clownin frei sein. Ich darf Grenzen auflockern, Kinder dazu bringen, dass sie sich vor Lachen wegschmeißen und ich darf auf Situationen reagieren. Bedeutet, wenn etwas scheiße ist, dann darf ich auch sagen: „Es ist scheiße, dass du krank bist“ – einem Clown nimmt man so schnell nichts übel.

Was sind die größten Herausforderungen, die dein Beruf mit sich bringt?
Die Besuche in den Kliniken sind nicht einfach. Ich muss innerhalb von Sekunden auf unterschiedliche Situationen reagieren. Wenn im Gemeinschaftsraum noch gute Laune herrschte, alberne Lieder und Blödeleien angebracht waren, dann erwartet mich vielleicht auf dem Zimmer eines Patienten eine ganz andere Stimmung. Ich muss erkennen, wann ich lustig sein soll, wann es vielleicht aber auch angebracht ist, einfach nur eine Hand zu halten und da zu sein. Das ist eine große Herausforderung, aber es ist auch ein großes Glück, anderen mit meinem Beruf eine Freude machen zu können.

 

Vielen Dank, liebe Peppa, äh, Jennifer! Ich finde, die Arbeit als Clownin ist sehr besonders und sehr bedeutsam. Was denkst du darüber? Verrate es direkt hier im Kommentarbereich. Dann noch schnell meinen Newsletter abonnieren, schon kannst du eigene Artikel im Mädels Club veröffentlichen.

Lachen ist großartig – also lache, du Großartige!

Alles Liebe, deine Isi von Mädelsschnack