Was ist Herpes? Vor allem nervig! Aber auch ein guter Hinweis darauf, wie es uns im Allgemeinen geht. Und wie wirst du Herpes wieder los? Gar nicht! Wenig motivierend, ich weiß. Aber keine Panik, du kannst die Symptome der Krankheit gut behandeln.

Was ist Herpes?

Die Erkrankung wird durch das Herpes-simplex-Virus ausgelöst. Es gibt unterschiedliche Arten von Herpes-Viren. Acht, genau gesagt. Einige der Viren sind für Erkrankungen wie Windpocken, Gürtelrose oder Pfeiffersches Drüsenfieber verantwortlich. Aber wir wollen uns heute mit den zwei Herpes-Viren beschäftigen, die am weitesten verbreitet sind: HSV1 und HSV2.

Lippenherpes

Das HSV1 ist verantwortlich für Lippenherpes (Herpes labialis). Also für die Bläschen, die im Mundbereich auftreten. Dieses Virus tragen die meisten von uns in sich. Bei 80 bis 90 Prozent der Erwachsenen werden Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. Tja, und diese Antikörper bilden sich eben nur, wenn da auch ein Virus ist, gegen das gekämpft werden muss. In der Regel stecken wir uns bereits in der Kindheit mit dem HSV1 an. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Krankheit auch wirklich ausbricht. Manche Menschen haben ihr Leben lang keine Probleme mit dem Herpes-Virus. Aber wenn, dann zeigt es sich durch schmerzhafte Bläschen am Lippenrand. Besonders Kleinkinder können auch unter Beschwerden im gesamten Mund- und Rachenraum leiden. Die Bläschen heilen meist nach sechs bis zehn Tagen wieder ab.

Genitalherpes 

Das Herpes-simplex-Virus 2 verursacht vorwiegend Infektionen im Genitalbereich (Herpes genitalis). Die Frage „Was ist Herpes“ passt also hervorragend zur Frage „Welche Geschlechtskrankheiten gibt es?“. Denn viele wissen gar nicht, dass auch Herpes zu den sexuell übertragbaren Krankheiten gehört. Die HSV2-Infektion verursacht bei Frauen unter anderem Bläschen an den Schamlippen oder der Scheide. Männer leiden beispielsweise unter Beschwerden an der Eichel.

Das Herpes-simplex Virus 2 und das HSV1 kündigen sich vor einem Ausbruch meist mit starkem Juckreiz und einem Spannungsgefühl an.

Ist die Krankheit einmal in Erschein getreten, tut sie das leider immer wieder. Und meist an den immer gleichen Stellen. Das liegt daran, dass sich die Viren dann genau dort in den Nervenzellen niedergelassen haben.

Ganz selten erkranken auch andere Organe am Herpes-Virus. So können die Augen oder das zentrale Nervensystem betroffen sein. Sogar eine Entzündung des Gehirns kann durch HSV1 verursacht werden. Aber wie gesagt, diesen Verlauf nimmt eine Herpes-Erkrankung nur in den seltensten Fällen.

Wie wird Herpes übertragen?

Das Herpes-simplex-Virus wird via Schmierfunktion übertragen. Bedeutet: Über den Infektionsort oder den Speichel des erkrankten Menschen gelangt das Virus über die Schleimhaut eines Gesunden in dessen Organismus. Klingt kompliziert. Deshalb hier einfacher: Das Virus wird beispielsweise beim Küssen oder beim Sex übertragen. Aber auch ein Husten, Niesen oder Trinken aus dem gleichen Glas können Ansteckungsquellen sein. Außerdem können die Viren bei der Geburt von der Mutter zum Kind übertragen werden. 

Die Viren gelangen über kleine Verletzungen in der Haut und Schleimhaut in unseren Organismus. Das merken wir in der Regel gar nicht. Nur bei ganz wenigen Menschen treten während der Ansteckungszeit Beschwerden wie Fieber und Unwohlsein auf.

Haben wir die Viren einmal in uns, bleiben sie in uns. Sie machen es sich in unseren Nervenzellen gemütlich und nutzen jede passende Gelegenheit, um zum Vorschein zu kommen.

Wodurch werden die Viren reaktiviert?

Wie ich schon sagte: Auch wenn wir das Virus in uns tragen, zeigt es sich nicht bei jedem von uns. Aber wenn, dann in der Regel nur, wenn es uns eh nicht gut geht. Denn Herpes-Viren werden aktiv, wenn unser Immunsystem schwächelt. Weil wir krank werden oder unter großem Stress stehen. Weil wir unter Schlafstörungen leiden. Auch bestimmte Medikamente, beispielsweise Kortison, und starke Sonneneinstrahlung können Auslöser für die Herpesbläschen sein. Ebenso wie hormonelle Veränderung wie unsere Periode oder eine Schwangerschaft. 

Wie wird Herpes behandelt?

Natürlich wollen wir nicht nur wissen „Was ist Herpes?“, wir wollen vor allem wissen, wie wir ihn behandeln können.
Eine Diagnose ist beim Arzt in der Regel sehr schnell gestellt. Immerhin sind die Bläschen ein Symptom, das sich gut zuordnen lässt. Natürlich kann aber auch mit Hilfe eines Abstrichs oder der Untersuchung des Blaseninhaltes genauer nachgewiesen werden, um welche Erkrankung es sich handelt.

In der Regel ist eine Behandlung ziemlich simpel: Es gibt Creme auf die Bläschen. Die Salbe hilft dabei, die Beschwerden zu lindern. Zudem bekämpfen bestimmte Wirkstoffe in der Salbe das Herpes-Virus. Viel mehr kann man jedoch nicht tun. Wenn die Symptome schlimm sind und regelmäßig auftauchen, wird oft auch mit Tabletten oder mit einer Infusion gegen die Erkrankung gearbeitet. Aber los wird man das Virus durch all diese Maßnahmen leider auch nicht.

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Herpes ist ganz und gar nicht toll. Aber du bist es. Du bist sogar mehr als das. Du bist großartig!

Alles Liebe,
Isi von Mädelsschnack