Bei Depression helfen: 15 Fragen, die du Betroffenen stellen kannst

Wer unter einer Depression leidet, braucht Hilfe. Denn aus der psychischen Erkrankung kommt man nur selten ganz aus eigener Kraft und alleine wieder heraus. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene eine Behandlung bei einem Therapeuten machen. Aber es ist auch wichtig, dass bei Depressionen Hilfe von der Familie und den Freunden vorhanden ist.

Depression & Hilfe: Das kannst du tun

Depressionen sind eine ernsthafte Erkrankung. Und eine sehr komplexe. Deshalb ist es wichtig, dass wir lernen, offen, ohne Scham und ohne Vorurteile über dieses Thema reden. Denn nur wenn wir ehrlich mit uns und anderen sind, können wir Depressionen verstehen. Und: Wir können die richtige Hilfe finden und leisten.

Wenn du glaubst oder weißt, dass eine gute Freundin (oder ein Freund, deine feste Freundin oder dein fester Freund) unter Depressionen leidet, dann kannst du für denjenigen da sein. Allerdings ist es manchmal gar nicht einfach, dabei den richtigen Ansatz zu finden. Natürlich haben wir oft Angst, bei so einem sensiblen Thema das Falsche zu sagen. Eher zu verletzen als zu helfen. Deshalb habe ich hier 15 Fragen für dich, die du einem Betroffenen stellen kannst. Dabei ist es ganz egal, wer dieser Betroffene genau ist (auch wenn ich im Nachfolgenden von deiner guten Freundin schreiben werde). Denn bei Depressionen hilft es bereits, über die eigene Traurigkeit und lähmende Hilflosigkeit reden zu können und durch Gespräche der eigenen Gefühlswelt auf den Grund zu gehen.

Meine Freundin hat Depressionen – was kann ich tun?

1. Ich habe das Gefühl, dass du dich zurückgezogen hast. Ist alles in Ordnung bei dir?
Manchmal geht es uns einfach nicht gut. Ganz ohne Depressionen. Vielleicht ist es der Stress, vielleicht die Arbeit oder Streit in einer Beziehung. Mit dieser Frage lässt du alle Antworten zu und deine Freundin weiß dadurch, dass du sie bemerkst. Das alleine tut schon sehr gut.

2. Leidest du unter einer Depression?
Die direkte Fragen, ob deine Freundin Depressionen hat,  zeigt ihr, dass du aufmerksam bist. Dass du dir Sorgen machst und für sie da sein möchtest. Und, dass sie sich dir öffnen kann.

3. Was beeinflusst dein seelisches Wohlbefinden?
Wenn klar ist, dass deine Freundin unter Depressionen leidet, dann könnt ihr gemeinsam die Ursachen beziehungsweise Auslöser dafür finden. Habt ihr diese gefunden, kannst du dabei helfen, sie so weit wie möglich zu vermeiden oder zu lösen.

4. Wie äußert sich deine Depression?
Depression ist nicht gleich Depression. Klar, es gibt einige Empfindungen, die typisch sind für diese Erkrankung, dennoch fühlt sich jede Depression anders an. Deshalb ist es wichtig, dass deine Freundin dir davon erzählen kann, wie sich die psychische Störung für sie anfühlt.

Wie fühlt sich eine Depression an und was hilft dagegen?

5. Gibt es etwas, worauf ich achten kann?
Selbst dann, wenn deine Freundin weiß, dass sie sich dir anvertrauen kann, fällt es ihr in manchen Situationen vermutlich schwer, dir offen zu sagen, wenn sie verletzt oder überfordert ist. Deshalb trefft gemeinsam Vorkehrungen. Vielleicht gibt es Anzeichen in ihrem Verhalten, auf die du achten kannst. So kannst du sie aus einer Situation befreien oder sie unterstützen, wenn es nötig ist. Und zwar ohne, dass sie direkt um Hilfe bittet.

6. Gibt es etwas, womit ich dich unterstützen kann?
Ganz egal, ob die Antwort „Ja“ oder „Nein“ ist – es zählt nur, dass du bereit bist, deine Freundin bei ihren Depressionen zu helfen.

7. Kann ich dir bei der Suche nach einem Therapeuten helfen?
Depressionen haben leider die Angewohnheit, Betroffenen jegliche Energie zu rauben. Sich genau in solchen Momenten Hilfe zu suchen, braucht aber viel Kraft. Deshalb kann es eine große Hilfe sein, wenn du deiner Freundin bei den Bemühungen um professionelle Unterstützung zur Seite stehst.

8. Gibt es einen bestimmten Genesungsweg?
Nicht immer, aber manchmal wird in einer Therapie bereits zu Beginn (oder auch später) ein Plan für die Genesung ausgearbeitet. Dinge wie, sich wieder zu trauen, mit einer Bahn voller Menschen zu fahren. Oder sich darin zu üben, Nein zu sagen und auf sich selbst zu achten. Wenn du weißt, was deine Freundin für Schritte Richtung Gesundheit gehen muss, dann kannst du sie auf ihrem Weg begleiten und helfen, wenn sie es braucht.

Eine Therapie kann die richtige Unterstützung sein

9. Gibt es rein praktische Dinge, die dir gut tun?
Vielleicht ist es ein gesunder Ernährungsplan, vielleicht Sport: Was auch immer deiner Freundin hilft, damit es ihr besser geht – vielleicht könnt ihr diese Dinge gemeinsam unternehmen. Das tut nicht nur ihr, sondern vermutlich auch dir gut.

10. Wie geht es dir? Wirklich?
Selbst dann, wenn wir unsere Depression bereits angenommen haben, neigen manche von uns dazu, sie abzutun. Deshalb trau dich, ein bisschen tiefer zu gehen und lass dich nicht immer mit einem „mir geht es ganz gut“ abspeisen. Ermutige deine Freundin dazu, dir ehrlich zu erzählen, was sie gerade durchmacht.

11. Wie läuft deine Behandlung?
Wenn sich deine Freundin in einer Therapie befindet, dann frag sie, wie es ihr damit geht. Solche Sitzungen können extrem aufwühlend sein, da kann es gut tun, darüber zu reden.

12. Gibt es Gesprächsthemen, die wir vermeiden sollen?
Manchmal sind es bestimmte Themen, die unsere negativen Emotionen triggern. Wenn ihr offen darüber sprecht, worüber ihr zukünftig erst einmal schweigt, dann verhindert ihr Auslöser. Und: Manchmal glauben andere zu wissen, worüber die Betroffenen nicht sprechen möchten und meiden ein bestimmtes Thema deshalb. Doch damit liegen sie nicht immer richtig. Im Gegenteil: Es kann sogar weh tun, wenn unsere Freundin plötzlich so tut, als gäbe es beispielsweise ein Problem nicht mehr.

Depressionen Hilfe: Es tut gut, für andere da zu sein

13. Kann ich etwas an meinem Verhalten ändern?
Leidet jemand unter Depressionen, dann können die kleinsten Kleinigkeit verletzend sein und denjenigen aus dem Takt bringen. Vielleicht gibt es ja etwas, worauf du achten kannst, ohne dass es dich groß einschränkt und es dennoch eine große Hilfe für deine Freundin ist.

14. Wie ist es, mit Depressionen zu leben?
Wie ich schon sagte: Jemand, der noch nie durch eine Depression gehen musste, weiß vermutlich nicht, wie sie sich anfühlt. Aber das ist total okay. Umso schöner, dass du mehr darüber erfahren möchtest, um die ganze Situation besser nachvollziehen zu können.

15. Du weißt, dass ich für dich da bin, oder?
Obwohl wir selbst denken, dass sei doch völlig selbstverständlich – es kann niemals schaden, noch einmal klarzustellen: Wir sind füreinander da. Immer.

 

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Depressionen sind alles andere als großartig. Aber du bist es – alleine deshalb, weil du bereit bist, einem anderen Menschen zu helfen!

Alles Liebe,
Isi von Mädelsschnack 

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