Ich liebe, wen ich liebe! Ich finde, mehr Erklärungen über die eigene sexuelle Orientierung braucht es eigentlich gar nicht. Aber natürlich denkt da jeder anders –  und liebt auch anders. Deshalb gibt es verschiedene Begriffe für die unterschiedlichen Beziehungsmodelle. Die Gängigsten, also homo- und heterosexuell, kennen die meisten von uns. Doch was bedeutet eigentlich queer, pansexuell oder asexuell? Das erkläre ich dir hier in diesem Artikel.
Manchmal kann es helfen, den eigenen Gefühlen einen Namen zu geben – immerhin sind sie oft einfach nur verwirrend, da kann es etwas Ordnung ins Herz bringen, wenn man sich irgendwo zugehörig fühlt.

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Falls du dich in einer der beschriebenen sexuellen Orientierungen wieder findest, bedeutet das jedoch nicht, dass du dich auf eben diesen Liebes-Weg beschränken musst. Im Gegenteil: Die Liebe fällt, wohin sie will – und du solltest einfach mit fallen!
So kann es sein, dass sich deine sexuelle Orientierung ändert. Stell dir vor, du lebst viele Jahre heterosexuell und bist mit einem Partner vom anderen Geschlecht glücklich, verguckst dich dann aber in ein anderes Mädel. Schwups, könnte man dich als lesbisch oder bi bezeichnen – oder einfach als verliebt!

Sexuelle Orientierung: Was bedeutet was?

 

Heterosexuell
Als heterosexuell werden die Menschen beschrieben, die sich in eine Person des jeweils anderen Geschlechts verlieben. Also: Frau liebt Mann, Mann liebt Frau. Diese sexuelle Orientierung ist wohl die am weitesten verbreitete – zumindest die am häufigsten öffentlich ausgelebte.

Homosexuell
Für die homosexuelle Orientierung gibt es zwei Unterbegriffe: lesbisch und schwul. Lesbisch sind Frauen, die sich in andere Frauen verlieben. Schwul sind Männer, die Männer lieben. Homosexuell ist demnach die Bezeichnung für gleichgeschlechtliche Liebe.

Bisexuell
Wer bisexuell lebt, möchte sich nicht auf Frauen oder Männer als Partner festlegen – sie vergucken sich einfach sowohl ins eigene Geschlecht, als auch in das jeweils andere.

Queer
Jetzt wird es schon ein bisschen komplizierter. Tatsächlich wird der Ausdruck Queer unterschiedlich verwendet. Ursprünglich kommt Queer aus dem Englischen. Es bedeutete so viel wie „schräg“ oder „seltsam“ und wurde damals wie Heute in Großbritannien als Schimpfwort für Schwule und Lesben benutzt. Die LGBT-Community (LesbianGayBisexuellTrans) hat sich den Begriff „Queer“ jedoch kurzerhand zu Eigen gemacht und in etwas Positives verwandelt.
So, nun aber zu der Bedeutung von Queer. Wie gesagt, es wird vielfältig verwendet, aber für eine bestimmte sexuelle Orientierung passt es besonders gut: Für Menschen, die sich nicht nur zu Frauen und Männern hingezogen fühlen, sondern auch zu Personen, die sich nicht eindeutig als Frau oder Mann identifizieren. Denn es gibt nicht nur viele verschiedene sexuelle Orientierungen, es gibt auch unterschiedliche Geschlechteridentitäten.
Im Allgemeinen gilt Queer auch als Beschreibung für Menschen, die sich einfach nicht so richtig in den Kategorien hetero-, homo- bi- oder transsexuell wiederfinden. Man kann also sagen, Queer lässt viel Freiheit in der Selbstdefinition.

Pansexuell
In dem Begriff Pansexuell (oder auch Omnisexuell) steckt die griechische Vorsilbe pan und die bedeutet so viel wie gesamt, umfassend, alles. Das beschreibt im Grunde ganz gut, was die pansexuelle Orientierung ausmacht: Die Menschen verlieben sich in andere Menschen – ganz gleich, welches Geschlecht.
Im Grunde kommt es Queer recht nahe, zur Bisexualität gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied: Bisexuelle Menschen verlieben sich entweder in das eigene oder in das andere Geschlecht. Ist jemand pansexuell, ist es ihm völlig schnuppe, ob der Partner weiblich, männlich, intersexuell, transsexuell, genderfluit, genderqueer oder cisgender ist (du merkst, hier tut sich noch einmal ein ganz neues Thema auf, auf das ich demnächst noch einmal genauer eingehe).

Asexuell
Asexuell ist im Grunde keine sexuelle Orientierung – es geht darum, überhaupt gar kein Verlangen nach irgendeiner Form von Sex zu haben. Während asexuelle Menschen kein Interesse am eigentlichen Geschlechtsakt haben, ist für sie anderer Körperkontakt, zum Beispiel Kuscheln, viel wichtiger.
Natürlich können Asexuelle sich trotzdem verlieben! Ganz gleich, in welches Geschlecht.
Der genaue Gegenpol ist im Übrigen die Hypersexualität. Hypersexuelle haben ein extremes sexuelles Verlangen. Sie verbringen einen Großteil ihres Alltags mit sexuellen Fantasien und Tätigkeiten (mit anderen oder einfach mit sich selbst).

 

So, ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Überblick über die unterschiedlichsten sexuellen Orientierungen verschaffen. Leider ist es ja immer noch so, dass Menschen, die anders lieben, oft auch anders behandelt werden. Was totaler Blödsinn ist! Es gibt doch nichts Schöneres, als Schmetterlinge im Bauch – wie können wir da behaupten, einigen stünde dieses Gefühl nicht zu, nur weil sie nicht in der „Norm“ lieben?!

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