Was sind Depressionen? Es gibt viele Antworten auf diese Frage, denn Depressionen sind komplex, nicht immer einfach zu erkennen und sie können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Weil ich finde, dass wir nicht oft und offen genug über die psychische Krankheit sprechen können, möchte ich mich heute ganz konkret mit der Frage befassen: Was sind Depressionen eigentlich?

Bevor du diesen Beitrag liest, überlege dir bitte gut, ob du bereit für dieses Thema bist. Wenn es dir nicht gut geht, dann kann das Geschriebene deine Depressionen verstärken und deine Ängste triggern. Also, bitte achte gut auf dich und deine wunderbare Seele..

Hast du schon mal Floskeln à la „ich bin total depri“ oder „man, ist das deprimierend“ gehört? Ich schon. Ich glaube, ich höre sie nicht nur ständig im Alltag, ich hau solche Sprüche selbst auch oft raus. Dabei können diese vermeintlich harmlosen Äußerungen ganz schön verwirrend sein. Denn wenn wir die Frage „was sind Depressionen?“ wirklich beantworten wollen, müssen wir zunächst einmal erkennen, dass es sich bei Depressionen um keine Lappalie handelt, sondern um eine ernsthafte psychische Erkrankung.

Was sind Depressionen?

Wie gesagt, wir benutzen den Begriff Depressionen oft, um unsere Stimmung zu beschreiben. Sind wir betrügt, traurig und niedergeschlagen, fühlen wir uns depressiv. Aber: Reden wir über Depressionen im medizinischen Sinne, dann handelt es sich nicht nur um eine vorübergehend schlechte Stimmung, sondern um eine ernste Erkrankung. Bedeutet: Betroffene leiden nicht „einfach nur“ unter mieser Laune. Sie fühlen sich furchtbar Niedergeschlagen. Und sie schaffen es oft nur mit Hilfe, dieses Tief hinter sich zu lassen.

Was sind die Symptome einer Depression?

Depressionen können enorme Auswirkungen auf unser Fühlen, Denken und Handeln haben. Sogar körperliche Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Schmerzen können mit Depressionen einhergehen. Oft können auch Angststörungen und Panikattacken mit der psychischen Krankheit einhergehen.
Einige Betroffene fühlen sich so niedergeschlagen, dass es sie enorme Kraft kostet, das Bett zu verlassen. Sie können nicht in die Schule gehen, nicht zur Arbeit. Ihnen fehlt die Energie, etwas zu essen, geschweige denn, sich anzuziehen. Einige Betroffene leiden so sehr, dass sie keinen Sinn mehr im Leben sehen. Für sie ist der Schmerz so groß, dass sie ihn einfach nicht mehr ertragen können. Deshalb haben viele Depressive Suizidgedanken. Und einige setzen diese Gedanken sogar in die Tat um und nehmen sich das Leben. Eine Tatsache, die furchtbar traurig ist.

Die Symptome einer Depression sind grundlegend meist die gleichen, also Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und das Gefühl, alleine auf der Welt zu sein. All diese Symptome kenne ich persönlich sehr gut. Denn auch ich habe jahrelang unter Depressionen gelitten (und tu es heute noch). Wenn ich in einer depressiven Phase stecke – was inzwischen glücklicherweise nicht mehr so oft vorkommt – dann fühle ich mich einsam. Einfach, weil ich glaube, keiner würde mich und meinen Schmerz verstehen. Vielleicht, weil er für mich selbst schwer zu greifen ist und weil ich in solchen Momenten sowieso glaube, völlig schräg und falsch zu sein.
Wenn ich also ganz persönlich die Frage „was sind Depressionen?“ beantworten soll, dann würde ich sagen: Ein fieses Ding, das mich von anderen isoliert und mich von mir selbst entfremdet.

Natürlich können sich Depressionen bei jedem anders zeigen und sich bei jedem unterschiedlich stark auswirken. Und auch die Dauer einer depressiven Phase kann variieren. Einige Betroffene fallen für Wochen oder sogar Monate in ein tiefes Loch, andere fühlen sich bereits nach wenigen Tagen wieder besser.

Mädelsschnack Was sind Depressionen

Wie entstehen Depressionen?

Leider wissen Experten und Wissenschaftler noch längst nicht alles über die psychische Erkrankung. Klar ist, dass eine Depression aufgrund von negativen oder sogar traumatischen Erlebnissen entstehen kann. Besonders Verluste und Veränderungen können eine Depression herbeiführen. Das kann eine Trennung sein, der Tod eines wichtigen Menschen oder eine schwerwiegende körperliche Erkrankung.
Wichtig ist: Eine Depression hat nichts mit Schwäche oder mit Schuld zu tun. Betroffene können nichts dafür, dass sie erkranken. Und Betroffene sind auch nicht schwach, nur weil es ihnen nicht gut geht!

Sind Depressionen vererbbar?

Untersuchungen zeigen, dass die Genetik bei Depressionen eine wichtige Rolle spielt. Wenn deine Eltern oder deine Geschwister unter Depressionen leiden, ist das Risiko, selbst zu erkranken, um ein dreifaches höher als gewöhnlich. Warum genau und wodurch genau das so ist, weiß leider keiner. Klar ist nur: Es handelt sich nicht einfach nur um ein einzelnes ganz bestimmtes Gen, sondern quasi um ein genetisches Konstrukt.

Habe ich Depressionen?

Nicht nur die Frage „was sind Depressionen?“ beschäftigt viele, auch die Frage „leide ich unter Depressionen“ treibt viele um. Ich kann das verstehen. Denn oft ist es gar nicht so einfach, eine Depression von einer wirklich schlechten Stimmung zu unterscheiden. Besonders in der Jugend fällt uns genau das sehr schwer. Auch wenn es uns nicht gefällt, in der Pubertät drehen die Hormone am Rad und unsere Stimmung fährt Achterbahn. Zu erkennen, hinter welchen Gefühlen eine Depression steckt, ist deshalb eine echte Herausforderung.
Die deutsche Depressionshilfe schreibt, dass zwischen drei und zehn Prozent aller Jugendlichen unter Depressionen leidet. Bei Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren zeigt sich die psychische Erkrankung unter anderem durch diese Symptome: Selbstzweifel, ein geringes Selbstvertrauen, Lustlosigkeit, Angst, Leistungsstörungen, Kopfschmerzen und dem Gefühl, nicht dazuzugehören.

Wenn du wissen möchtest, ob du unter Depressionen leidest, kannst du zunächst einmal überprüfen, ob diese und andere Symptome der psychischen Erkrankung auf dich zutreffen. Und dann ist ganz wichtig: nimm dich und deine Gefühle ernst! Wenn es dir nicht gut geht, dann geht es dir nicht gut. Das ist okay. Es heißt nicht, dass du schwach bist. Es bedeutet, dass deine Seele leidet. Und es bedeutet, dass du dich um dich selbst kümmern musst.
Besonders wenn dein negativer Gemütszustand über eine Weile andauert, solltest du mit einem Arzt, das kann dein Hausarzt oder ein Psychotherapeut sein, darüber sprechen. In Gesprächen könnt ihr deinen Gefühlen auf den Grund gehen und herausfinden, ob du eine Depression hast und professionelle Hilfe brauchst.

Was hilft bei Depressionen?

Eine Depression ist für alle Betroffenen und auch für Angehörige eine große Belastung und Herausforderung. Deshalb ist die Frage „was hilft bei Depressionen?“ ebenso wichtig, wie die Antwort auf „was sind Depressionen?“.

Als allererstes ist es wichtig, dass du die Depressionen erkennst. Und das du erkennst, dass du Hilfe brauchst. Glaub mir, ich weiß, das ist nicht einfach. Aber oft einfach nötig. Gespräche mit einem Therapeuten oder einem Psychologen können sehr hilfreich sein. Die Behandlung, die du während einer Psychotherapie erlebst, können dich stärken und dir Mittel an die Hand geben, um deine Tiefs zu meistern und Angst-Störungen zu verhindern. 

Manche Betroffene brauchen auch eine Auszeit und gehen deshalb für eine Reha in die Klinik. Häufig ist eine Therapie der einzige Ausweg. Aber du kannst dir auch selber helfen. Auch das ist nicht immer einfach (tut mir leid), aber du kannst es hinbekommen. Lerne, dich selbst zu lieben und dir etwas Gutes zu tun. Triff dich mit deinen Freunden, gehe an die frische Luft spazieren. Gönne dir eine Massage und gutes Essen. All das klingt simpel, aber die Auswirkungen können groß sein.

Wenn du das Gefühl hast, unter Depressionen zu leiden. Wenn es dir nicht gut geht und du mit jemanden reden möchtest, dann kannst du dich jederzeit per Telefon oder via Chat an die Nummer gegen Kummer wenden.

Hast du noch Fragen zum Thema „was sind Depressionen?“ Dann schreibe gerne direkt in den Kommentarbereich (auch anonym).

Ich wünsche dir, dass es dir und deiner Seele gut geht, denn ihr beide, ihr seid großartig!

Alles Liebe,
Isi von Mädelsschnack